Unter einem Dach

Ein altes Lagerhaus beherbergt das neue Büro eines Pekinger Verlags


Das chinesische Architekturbüro TAO hat in Peking ein Lagerhaus aus den fünfziger Jahren in eine zeitgemäße Firmenzentrale für einen Verlag umgebaut. Die gestalterischen Zutaten: eine Bibliothek als zentrales Raumelement, ein historischer Dachstuhl und Schwarz-Weiß-Kontraste.



Vor dem Umbau in ein Büro befand sich an der Adresse 1958 Industrial Avenue in Peking ein Lager der Beijing Transportation Storage Company. Als Ausgangslage fand das Architekturbüro Trace Architecture Office (TAO) ein langgestrecktes Gebäude mit einem Satteldach in Holzfachwerk mit eisernen Zugstangen vor, wie es typisch ist für die Zeit. Den beeindruckenden Raum unter dem offenen Dachstuhl mit einer Fläche von rund 1.100 Quadratmetern in seiner Ganzheit zu erhalten – ohne die charakteristischen Spuren der Zeit zu tilgen – und gleichzeitig in ein modernes Büro für die Mitarbeiter des Foto-Magazins Lens zu verwandeln, das war große Ziel der Architekten.



Büro mit Brücke

Der Grundriss zeichnet sich aus durch hohe räumliche Diversität und Flexibilität. Das zentrale architektonische Element ist ein raumhoher Korridor aus schwarzen Bücherregalen, der den öffentlichen Bereich von den eher privaten Zonen abgrenzt. Während sich auf der einen Seite unter dem beeindruckenden, offenen Holzdachstuhl ein Großraumbüro befindet, ist auf der anderen Seite der Bibliothek ein zweites Geschoss eingezogen, das über eine Treppe erschlossen wird. In den Zellenbüros mit Glastüren ist die Arbeitsatmosphäre zurückgezogener und ruhiger. Die Verbindung zwischen den beiden Hochregalen schafft eine Brücke, die in einen Balkon übergeht, von dem man die Großraumbüro-Szenerie überblicken kann. Man betritt das Gebäude über einen großen vorgelagerten Raum, der auch für Events wie Ausstellungen und Lesungen genutzt wird. Bewegliche Stahlpaneele im Entree dienen zugleich als Raumtrenner und Ausstellungsboards für künstlerische Arbeiten. Die umlaufende Galerie ist gleichermaßen Treffpunkt und Rückzugsraum. Am anderen Ende des Bibliothekskorridors ist ein Besprechungsraum untergebracht.



Spannung und Entspannung

Die Höhe des Buchregals über zwei Ebenen und die Idee einer zentralen Achse lenkt den Blick des Betrachters auf das freiliegende Dachgebälk, das schön mit dem vorherrschenden Schwarz der Einbauten sowie dem Weiß der Wände und der meisten Möbel kontrastiert. Das schwarze Metall-Holz-Gerüst wirkt wie ein überdimensioniertes Möbel, so dass der ursprüngliche Raum in seiner ganzen Schönheit erhalten bleibt. Als Rückzugsorte sind die tiefen Fensternischen gedacht, die mit Holzbänken, Sitzkissen und Poufs ausgestattet sind. Zwischen den Schreibtischen platzierte Liegesessel laden ebenfalls zum Loungen ein. Das Material Stahl, das tiefe Schwarz und die sparsame Möblierung transportieren den Industrial Look der Fünfziger ins Hier und Jetzt. Die Bibliothek als bestimmendes Raumelement weist darauf hin, woran hier gearbeitet wird: an einem Magazin für Fotografie.



(Text: Claudia Simone Hoff)

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