Retro arbeiten

Neuer Coworking Space im Londoner Tintagel House

Wo früher die Londoner Polizei im James-Bond-Ambiente der Sixties auf Verbrecherjagd ging, arbeiten nun Kreative in luftigen Coworking Spaces. Inklusive Dachterrasse mit Blick auf die Themse, Hotelsuite und Gym.

 Sogar Queen Elizabeth II. kam zu Besuch, als das Tintagel House 1960 als Sitz der Metropolitain Police am Albert Embankment im Londoner Stadtteil Vauxhall eröffnet wurde. Nach fünfzig Jahren hat das zwölfstöckige Gebäude nun eine neue Nutzung bekommen: als Flagship Building für das Unternehmen The Office Group (TOG), einem Anbieter von designaffinen Büroflächen, Coworking Spaces, Meeting-und Event-Räumen.



Vauxhall kommt!

Das Architekturbüro Stanton Williams und das Designbüro Universal Design Studio, 2001 von Edward Barber und Jay Osgerby gegründet, haben das markante Gebäude des Tintagel House komplett erneuert und ein umfassendes Gestaltungskonzept entwickelt. Der Umbau geht einher mit einem Revival des Londoner Stadtteils Vauxhall, der direkt am Themse-Ufer liegt. Hier boomt die Kreativszene, schießen Start-ups ebenso aus dem Boden wie architektonische Großentwicklungsprojekte wie Nine Elms. „London hat viele verschiedene Stadtteile: mit unterschiedlichen Gesichtern, Lifestyles und sogar Dialekten. Architektur und Design müssen sich ihrer Umgebung anpassen, um ein entsprechende Publikum anzuziehen“, sagt Olly Olsen, Gründer und Co-CEO von TOG, und fährt fort: „Die Arbeitswelt wandelt sich und wir schaffen die passenden Räume und Konzepte für diesen Wandel.“ Der Hintergrund: Vauxhall galt bisher nicht als etablierte Geschäftsgegend, was sich mit dem Projekt Tintagel House nun ändern dürfte.



Architektonisches Kleinod

Das Londoner Architekturbüro Stanton Williams hat für das Gebäude ein flexibles Raumkonzept erarbeitet, das sich unterschiedlichen Arbeitsansprüchen und -stilen anpasst. Dafür wurde die ursprüngliche Raumdisposition vollständig verändert. Coworking Spaces und Einzelbüros wechseln sich auf den oberen Etagen ab mit Besprechungsräumen und öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss wie Empfang, Café, Lounge, Fitnesstudio. Klassische Arbeitsplätze sind ebenso vorhanden wie kleinere, vor den Fenstern angeordnete Computer-Arbeitsplätze und locker verstreute Sitzgelegenheiten, an denen man sich austauschen kann. Das für das Interior verantwortliche Universal Design Studio recherchierte ausführlich den (architektur-)historischen Hintergrund des Gebäudes und streute so auf den rund 10.000 Quadratmetern Fläche hin und wieder Referenzen an die Entstehungszeit des Gebäudes, die sechziger Jahre ein. Manchmal subtil, wenn mit grafischen Elementen gearbeitet wird, manchmal direkt, wenn Entwürfe aus der Zeit wie beispielsweise Leuchten von Verner Panton zum Einsatz kommen.



Neben designaffinen Möbeln und Leuchten fällt das Interiordesign vor allem durch ein ausgeklügeltes Farb- und Materialkonzept in Kombination mit starken grafischen Elementen auf. Im Entree steht ein geradliniger Empfangstresen aus rosafarbenen Terrazzo von einer geriffelten Rückwand aus gebürstetem Edelstahl – eine durchaus gewagte Materialkombination, die durch die strenge Linienführung zurückgenommen wird. Das Terrazzo-Thema wird weitergeführt auf dem Fußboden im Lounge- und Café-Bereich und wechselt sich ab mit Betonflächen. Knallrote Vorhänge treffen auf weiß getünchte, gemauerte Steinwände, knallgelbe Panton-Pendelleuchten auf tiefblaue textile Raumtrenner. Die Farben sind kräftig, aber sparsam und gezielt eingesetzt und mit zurückhaltenden Möbeln in Grau und Schwarz kombiniert, so dass der Gesamteindruck eine ungewöhnliche Mischung aus Gediegenheit und Lässigkeit ist.



Arbeiten mit Aussicht

Am schönsten aber ist die Lage des Gebäudes direkt an der Themse. Die raue, doch reizvolle urbane Umgebung wurde mit in die Planung einbezogen. Das Landschaftsarchitekturbüro Bradley-Hole Schoenaich Landscape setzte ein Konzept um, bei dem die Außenanlagen die Wirkung der Architektur verstärken. So wurde beispielsweise der Uferweg verbreitert, neu gepflastert, mit Outdoor-Leuchten versehen und bepflanzt. Und dann wäre da noch die Dachterrasse mit Garten und Rooftop Bar. Von hier schweift der Blick über die Themse und die Stadt. Eine schöne Ablenkung von der Arbeit, könnte man sagen.

Text: Claudia Simone Hoff

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